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| Bleistiftskizze nach dem linken Bildteil von Marlene Dumas Gemälde "Hell", September 2026 |
Was der Bleistift nicht kann
Der Bleistift kann nicht, was die Malerei kann. Er kann keine Farbschichten übereinanderlegen, Farbe nicht dick oder hauchdünn auftragen, keine Erhebung stehen lassen und keinen Grat aus Farbe bilden. All das aber nutzt Marlene Dumas in ihrem Gemälde „Hell (The People of the Artworld in Monets Lake of the Searoses)“ und genau deshalb war es reizvoll, das Gemälde mit Bleistift abzuzeichnen: Malerei, die sich in Linien und Schraffur neu zusammensetzen muss.
Marlene Dumas, 1953 in Kapstadt geboren und seit 1977 in Amsterdam lebend, zählt zu den renommiertesten Künstlerinnen der Gegenwart. „Hell“ lebt von intensiven Blau-, Grün- und Rosatönen. Eine Menschengruppe beherrscht das Bild: reglos steht sie in einem dunklen Gewässer und blickt den Betrachter frontal an. Schon der Titel verrät das eigentümliche Spiel mit der Kunstgeschichte: „The People of the Artworld in Monets Lake of the Searoses“, also die Menschen der Kunstwelt in Claude Monets Seerosenteich.
Als Vorlage diente Dumas ein Teamfoto des Stedelijk Museum Amsterdam. Drei Jahre arbeitete sie an dem Gemälde, bis es 1990 vollendet war. Anschließend wurde es vom Kölner Sammlerehepaar Ute und Eberhard Garnatz gekauft und hing fortan in dessen Wohnung. Karlsruhe hat es "derzeit" als Dauerleihgabe, was natürlich großartig ist. Danke!!
Meine Zeichnung kann von dieser Farbigkeit und der pastosen Oberfläche nichts wiedergeben. Sie versucht etwas anderes: die Formen, die Gesichter, die Körper aus dem Gemälde herauszulösen und mit einem einzigen Material festzuhalten. Was bei Dumas aus Farbe, Schichten und Graten entsteht, wird auf dem Papier zu Linie, Fläche und vor allem viel schrummelige Schraffur. Ein Bild über die Kunstwelt wird so selbst zum Gegenstand einer kleinen Zeichenübung.
Und hier jetzt die zusammengesetzte Zeichnung aus linker und rechter Bildhälfte des Gemäldes:


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