Donnerstag, 20. August 2026

Naturkundemuseum

Friedrichsplatz, August 2026

Sketchen am Friedrichsplatz: Das Naturkundemuseum Karlsruhe im Sommer. Allerdings hat es leicht geregnet. Wer genau hinschaut, entdeckt ein paar Tropfen auf dem Hausdach. Links flattern die Werbefahnen des Museums, davor auf der Rasenfläche sieht man die bronzenen „Springenden Panther“ von Andreas Helmling. Dahinter steht der Quetzalcoatlus, das rund 5,70 Meter hohe Modell eines Riesenflugsauriers, das ursprünglich für eine Sonderausstellung aufgestellt wurde und bis heute vor dem Museum stehen geblieben ist. 

In der Mitte der Zeichnung zu sehen ist der „Mittelrisalit“ des Museumbaus. Das Gebäude wurde nach Plänen des Karlsruher Hofbaumeisters Karl Joseph Berckmüller zwischen 1865 und 1876 als renaissancistische Dreiflügelanlage errichtet und gilt als zweitältester Museumsbau Deutschlands. Oben auf dem Mittelrisalit thronen vier Marmorfiguren des Bildhauers Carl Johann Steinhäuser: Ethnografia für die Völkerkunde, Minerva für Wissenschaft und Künste, Klio für Geschichte und Altertümer und Isis für die Naturwissenschaften. Sie weisen auf die ursprünglichen Sammlungsbereiche des Hauses hin.

Halb rechts kündigt ein großes blaues Plakat die aktuelle Sonderausstellung „Versammelt“ an. Unten kreuzen Passanten und ein Radfahrer die Erbprinzenstraße zwischen den bunt bepflanzten Blumenrabatten

Mittwoch, 19. August 2026

Eingang Stadtbibliothek

Neues Ständehaus am Friedrichsplatz, August 2026
 
Die Türen der Stadtbibliothek Karlsruhe im neuen Ständehaus stehen an diesem heißen 19. August weit offen. Eine Frau im langen roten T-Shirt kommt gerade heraus, ausgeliehene Medien in der Hand, den Fahrradhelm auf dem Kopf; gleich neben ihr geht ein Mann hinein. Links vom Eingang lehnen ein Roller und ein Kinderfahrrad an dem großen, quaderförmigen Säulenschild, das auf das Neue Ständehaus verweist. Das Vordach über dem Eingang verspricht Schutz vor Regen, während ganz rechts die Medienrückgabe zu sehen ist. Hier können Bücher und andere Medien auch dann zurückgegeben werden, wenn die Bibliothek geschlossen hat.

Fast in der Bildmitte ragt die über der Eingangstür die hochgezogene Fensterfront ins Bild. In den großen Fensterscheiben spiegeln sich die Fenster des gegenüberliegenden historischen Gebäudes der BW-Bank am Friedrichsplatz. Und auch die Architektur selbst erzählt von Vergangenheit und Gegenwart: Die modernen Mauerwerksteine des Bibliotheksgebäudes sind dem Erscheinungsbild des verlorenen historischen Ständehauses nachempfunden. 

Samstag, 1. August 2026

Eingang Stadtarchiv

Markgrafenstraße 29, Juli 2026

Hier lagern alte Dokumente, Fotos, Bücher, Grafiken. Vielleicht landen ja auch Urban Sketches mal irgendwann im Archiv? Als Zeitzeugnisse? Sommerlicher Nachmittag am Eingang vom Stadtarchiv Karlsruhe. Eine Zeichnung von mir aus der Corona-Zeit hat es übrigens ins Stadtarchiv geschafft und liegt dort. 

Freitag, 31. Juli 2026

Am Kongressplatz

Wasser und Rasensprenger an den Blumenrabatten, Juli 2026
 

Die Skizze zeigt eine typische Urban-Sketching-Szene aus Karlsruhe. Habe sie in das kleine Ringbuch-Sketchbook gezeichnet. Die Spiralbindung bleibt bewusst als Teil der Bildwirkung erhalten. Die Doppelseite ist eine spontane Vor-Ort-Zeichnung, schnell, konzentriert, mit Blick für das Auffällige.

Standort ist am Kongressplatz, unmittelbar an den Blumenrabatten vor dem Novotel. Links steht eine Parkbank, daneben eine Laterne mit zwei Leuchten. Eine zweite, baugleiche Laterne bildet rechts den Gegenpol des Bildes und rahmt die Szene ein.

Zwischen den Laternen im Hintergrund der Straßenraum. Fahrzeuge – darunter ein Fahrradfahrer und ein Auto – beleben die Straße. Die Architektur bleibt reduziert dargestellt. Die Spiralbindung teilt die Zeichnung in zwei Hälften. Sie stört, unterstreicht aber den Charakter des Skizzenbuchs als Arbeitsmedium und erinnert daran, dass die Zeichnung direkt vor Ort entstanden ist.

Das Schönste an der Skizze? Eigentlich das, was man gar nicht anfassen kann: das Wasser. Die feinen Striche sind die Sprühbögen der Rasensprenger, die gerade über die Blumenrabatten tanzen. Zusammen mit Fahrrad, Autos und dem sommerlichen Grün entsteht eine Szene, die sich fast bewegt.

Donnerstag, 30. Juli 2026

Am Entenfang

Fußgänger in Mühlburg, Juli 2026

Manche Orte sind keine Postkartenmotive und gerade deshalb spannend. Der Entenfang in Karlsruhe-Mühlburg gehört dazu. Straßenbahnen und Busse treffen hier aufeinander, Autos schieben sich in Richtung Innenstadt, Fußgänger warten an der Ampel. Wer sich mit Skizzenbuch und Stift an diesen Verkehrsknoten setzt, zeichnet weniger ein Gebäude als den Rhythmus der Stadt.

Rechts im Hintergrund ist der "nahkauf" zu erkennen. Die Ampelmasten geben dem Bild Struktur, die Fußgängerfurt führt den Blick durch die Szene, wartende Menschen werden zu kleinen Ruhepunkten zwischen all der Bewegung. Am Entenfang zeigt sich Karlsruhe nicht von seiner repräsentativen Seite, sondern so, wie die Stadt jeden Tag funktioniert. Kein Postkartenmotiv, aber voller kleiner Geschichten zwischen zwei Ampelphasen.

Mittwoch, 29. Juli 2026

Synagoge

Jüdische Kultusgemeinde Karlsruhe, Juli 2026
 

36 Grad im Schatten. Für meine Skizze der Karlsruher Synagoge suche ich mir deshalb keinen Platz direkt vor dem Gebäude, sondern die gegenüberliegende Straßenseite. Unter den hohen Bäumen bei den Wohnhäusern der von-Beck-Straße gibt's Schatten. Guter Ort, um zu sitzen, zu beobachten und langsam Strich für Strich das Gebäude zu sketchen. 

Die Synagoge ist eine zeichnerische Herausforderung. Die Kubatur ist klar, aber komplex und - na ja - so ganz richtig ist es nicht getroffen. Aber geschenkt! Der Charakter des Gebäudes und alles, was davor so los ist, kommt gut rüber. 

Vor der Synagoge steht ein großes Plakat, das den Blick auf die Baustelle der Zukunft lenkt: „Wir bauen für unsere Zukunft“. Das Gemeindezentrum der Jüdischen Kultusgemeinde Karlsruhe wird erweitert. Das ist schön. Da kommt der Urban Sketcher gerne wieder!